Der Rat der Talentianer suchte nach einer Vision, wie das Leben in der fünften Dimension aussehen könnte – zumindest für die Übergangszeit.

Zu diesem Zweck wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, deren Leitung Mark freiwillig übernahm. Heute war der Tag der Präsentation dieser gemeinsamen Vision. Im Plenum des Ältestenrates in Talentopia City stellte Mark die Entstehungsgeschichte vor und präsentierte die Mitglieder der Gruppe: Ashteria, die Spiritualistin; Ranita, eine Naturheilpraktikerin; Sarina, Ayurveda-Expertin; Marcello, Spezialist für effektive Mikroorganismen; Markantus, ein vielseitig begabter Handwerker; und Domenica, Leiterin eines Pflegeheims in der Matrix.

Mark erklärte: «Die spirituellen Mitglieder fanden ihre Visionen im höheren Bewusstsein, während die erdverbundenen Teilnehmer vom Ist-Zustand ausgingen und überlegten, was verändert werden muss. Folgende Hauptpunkte kristallisierten sich heraus:

Die volle Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen und Werkzeuge zur Selbstheilung entwickeln.

Echtheit leben, authentisch sein, statt viele verschiedene Rollen zu spielen.

Durch Selbstbeobachtung das Zusammenspiel von Aktion und Reaktion erkennen und das Dramadreieck Täter, Opfer, Retter entlarven.

Die eigene Berufung finden und Talente einsetzen, statt nur aus finanziellen Gründen zu arbeiten.

Verdeckte Manipulationen durch Werbung, Nachrichten, soziale Medien sowie Strahlung und Schallwellen erkennen und sich ihnen entziehen.

Nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren oder lehren – sei es auch nur durch ein Hobby, das anderen Menschen Nutzen bringt.

Lehrer werden zu Coaches und Mentoren, die Schüler lernen durch eigenes Erleben und werden dabei begleitet.

Unabhängigkeit von den Systemen anstreben, denn wir leben in einer Systemgefangenschaft.

Offen sein für fantastische Wiederentdeckungen, die durch falsche Geschichtsschreibung, verzerrte Weltbilder, zurückgehaltene Technik und Kontakte zu anderen Dimensionen und Welten bisher verborgen blieben.

Die eigenen Hellsinne aktivieren.

Aus diesen Erkenntnissen entstand eine gemeinsame Vision: Jeder trägt mit Freude und seinen individuellen Talenten zum Aufbau der neuen Welt in der fünften Dimension bei. Jeder wird gebraucht.»

Mark machte eine kurze Pause, trank einen Schluck Wasser und begann dann, die Vision lebendig werden zu lassen:

«Stellt euch vor: Ein warmes, sanftes Licht durchflutet die Welt. Pflanzen scheinen ihre Auren zu offenbaren, alles ist von einem zarten Schimmer umgeben. Blüten wetteifern in den prächtigsten Farben, während angenehme Sonnenstrahlen und betörende Düfte die Luft erfüllen. Überall lachen Menschen, Kinder tollen fröhlich umher und jagen Schmetterlingen nach. Das Summen der Insekten begleitet die Szenerie, und am Wegesrand recken sich Eidechsen auf sonnenwarmen Steinen. Eine freilebende Katze mit ihren Jungen lässt sich von Kindern streicheln. Sträucher tragen reichlich Beeren, Obstbäume hängen voll, und jeder darf sich bedienen. Etwas weiter liegt ein prächtiger Gemüsegarten mitten im Dorfzentrum, in dem mehrere Menschen barfuss und lachend gemeinsam arbeiten. Im Hintergrund erhebt sich ein halbrundes Hügelhaus aus Chinaschilfzement, das als Markthalle und Verarbeitungsbetrieb für den Gemeinschaftsgarten dient.»

So malt Mark ein Bild einer Welt, in der Harmonie, Gemeinschaft und natürliche Schönheit Hand in Hand gehen – eine Einladung, die neue Dimension mit offenen Herzen zu betreten.

«Etwas weiter, auf einem herrlichen Kiesplatz gleich neben der Markthalle, entfaltet sich ein lebendiger Markt mit bunten Ständen kunstfertiger Handwerker. Leise surrend ziehen Transporter, Drohnentaxis und schwebende Plattformen vorbei. Manche Menschen brauchen keine Fahrzeuge mehr – sie teleportieren sich mühelos von Ort zu Ort. Andere schlendern zu zweit, blicken sich an und scheinen sich wortlos zu verständigen. Telepathie, eine längst vergessene, nun wiederentdeckte Gabe der Menschheit.

Ein Stück weiter begegnen wir einer kleinen Gruppe von Kindern, die unter der Anleitung einer Trainerin Telekinese üben. Vorsichtig lassen sie Steine vor sich schweben. Alle Kinder lernen, ihre Sinne und Hellsinne zu schärfen. Viele Erwachsene beherrschen diese Fähigkeiten noch nicht, denn sie sind in der Matrix aufgewachsen. Doch auch sie können durch die steigende Schwingung des Planeten und spezielle Kurse diese Kräfte erlernen. Manche jedoch zögern noch und leben fast wie früher – geniessen aber die neuen, lebensfreundlichen Techniken in vollen Zügen.

Im angrenzenden Park beobachte ich eine Gruppe, die fernöstliche Bewegungskünste praktiziert. Weiter hinten, unter schattigen Kastanienbäumen, sitzen Menschen im Kreis und versinken in Meditation. Daneben versucht sich eine Gruppe erfolgreich im Löffelbiegen – ein kleines Wunder der Konzentration und Energie.

Neben dem Park erhebt sich ein ultramoderner Holzbau. Durch die grossen Fenster blicke ich in eine Tanzschule: Jugendliche bewegen sich gekonnt zu treibenden Rhythmen, während ein paar Fenster weiter Erwachsene sich im Paartanz üben. Ich schlendere weiter die Strasse entlang, die eher einem breiten Flanierweg gleicht. Die Gebäude strahlen zunehmend städtisches Flair aus, doch ihre Formen sind weich und rund, gefertigt aus neuen, fast lebendig scheinenden Materialien. Die Menschen, die mir begegnen, wirken entspannt und freundlich; ein Lächeln und ein Nicken sind hier selbstverständlich. Ab und zu sausen Jugendliche auf schwebenden Brettern «hover boards» vorbei und schenken mir ein herzliches Lächeln.